Tagsüber Zirkus, abends Theater – Textauszug 02

Kürzlich wurde ich gefragt, ob ich nicht die Sorge hätte, dass mein zweites Buch zukünftigen Müttern Angst mache. Weil ja alles so schlimm sei. Und eloquent wie ich bin, hab ich nur gedacht „Hä?“

Zum einen ist das eine Geschichte. Die Betonung liegt auf eine und nicht auf Geschichte – denn es wäre ja mühsam zu leugnen, dass es nicht teilweise meine Geschichte ist. Es ist die Geschichte einer Frau, einer einzelnen Mutter. Sie sagt an keiner Stelle, dass es allen so geht oder noch schlimmer: allen so gehen muss. Also liebe zukünftigen Muttis: Chillax!

Zum anderen ist die Geschichte bzw. all das, was darin passiert, nüchtern betrachtet nicht sonderlich schlimm. Es geht um alltägliche Fragen, die viele Frauen, viele Mütter, beschäftigen.

Wie kriege ich Kind und Job unter einen Deckel? Wie bleibe ich mit zu wenig Schlaf lebensfähig? Wo kommt dauernd die ganze dreckige Wäsche her? Muss ich wirklich heute frisch kochen oder kommt das Jugendamt oder die Mutter-Gestapo, wenn ich wieder Pizza bestelle? Habe ich gerade tatsächlich schon wieder einen Orgasmus vorgetäuscht? Sollte ich mir vielleicht auch so ’ne pflegeleichte Kurzhaarfrisur machen? Muss ich meine Beine wirklich rasieren oder flechte ich einfach geile Muster rein und mache einen feministischen Insta-Kanal dazu? #Beinhaarmakramee

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Tagsüber Zirkus, abends Theater – Textauszug 01

Ich könnte groß und breit erklären, worum es im zweiten Buch geht, dass diese komische Frau, die rein zufällig den selben Vornamen wie ich hat, in einer Beziehung lebt, die quasi als atmende Vorlage für Mental-Load dienen könnte. Dass besagte Frau viel zu viel arbeitet und ständig macht und tut und dennoch – oder gerade deswegen? – permanent das Gefühl hat, nicht genug zu tun.

Dass sie entweder als Mutter, als Hausfrau, als Partnerin oder im Job versagt, dass sie ohnehin die ganze Zeit nur vortäuscht, Dinge zu können und dass das sicherlich bald auffliegt, dass irgendeine Seite immer zu kurz kommt. Und sie selbst als Mensch mit ganz eigenen Bedürfnissen ohnehin.

Was also tun? Wie kommt man raus aus diesem kack Kreislauf der Nicht-Vereinbarkeit? Um diesen Struggle geht’s im Buch.

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