„Urlaub“

Natürlich könnte ich Ihnen erzählen, dass ich mir Morgen „frei nehme“, um in Ruhe Home Office zu machen und alles fürs Wochenende vorzubereiten, an dem ich auf der Beerdigung meines Schwiegervaters sein werde. Ich könnte Ihnen auch sagen, dass der Mann die nächsten Wochen immer von Berlin aus arbeiten wird und das meinen ohnehin durchgetakteten Tagesablauf noch einmal gehörig auf den Kopf stellen wird. Ich könnte Ihnen von meinem Plan berichten, die erste Oktober-Woche wirklich (!) frei zu nehmen und dementsprechend richtig heftig viel vorarbeiten muss in der nächsten Woche.

Ich könnte Ihnen ganz schön viel erzählen und vor allem viele Gründe aufzählen, warum ich bis Ende des Monats keine Zeit zum Bloggen oder sonst irgendwas social-artigem haben werde.

Aber lassen Sie uns spaßeshalber doch so tun, als wenn ich wie ein normaler, durchschnittlicher Mensch Urlaub machen würde. Meinen Jahresurlaub nehmen und wegfliegen würde. In die Sonne. Unter die Palmen. Da wo der Sand fein und weich ist und nie piekt und nie zu heiß auf den Fußsohlen brennt. Und wo das Meer richtig temperiert und der Strand perfekt leer ist, so dass man hin und wieder, ohne Vorwarnung der anderen Anwesenden, das Buch fallen lässt und sich blauwalartig in die erfrischenden Wellen stürzt.

Lassen Sie uns für einen Moment einfach so tun.

In diesem Sinne: Wir sehen uns im Oktober!

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Lächeln der Verzückung

Kennen Sie Pützchens Markt? Wohl kaum, wenn Sie nicht aus dem Raum Bonn kommen. (Kennen Sie Bonn?)

Ich liebe Pützchens Markt.

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Das liegt daran, dass ich schon als Kleinstkind dort war und mit großen Augen die Lichter und den Lärm bestaunte. Ich erinnere mich an Oma und Opa, die sich immer dieses seltsam riechende Pilzgericht holten. Mutti, die gebrannte Mandeln und das Kettenkarussel liebt.

Vater, der am Schießstand beeindruckte. Ich, die aufgrund von akuter Kotzeritis nie auf die ganzen schnellen Dinger gehen konnte und daher erst mein Glück bei Pfeil und Luftballons suchte und später, mit länger gewachsenen Gliedern, eine Geisterbahn nach der anderen durchackerte.

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Pützchens Markt ist für mich Erinnerung. Ist Kindheit. Ist ein schöner Fleck in einer sonst tristtraurigen Phase meines Lebens. PüMa ist ein Stück heile Welt voller blinkender Lichter, süßer Lebkuchenherzen, klebriger Zuckerwatte und mit Helium aufgefüllter Papageienluftballons.

PüMa, das ist Öpve.

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Mir fällt das genau jetzt ein, weil heute der letzte Tag ist und ich nicht da bin. Nicht auf der Kirmes und nicht in Bonn. In Hamburg haben wir den DOM und ein bisschen ist das schon das gleiche, aber eben nur das gleiche und manchmal reicht das eben nicht. Um die Wehmut zu stillen, das kleine Loch im Herzen zu stopfen. Um noch einmal, zum rund dreißigsten Mal ein Lächeln der Verzauberung aufs Gesicht zu malen.

In einer Phase des Lebens, in der man so ein Lächeln verdammt gut gebrauchen könnte.

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