Ich habe ja nichts gegen Träume, aber …

Als ich dieses Gif bei Twitter sah, war mein erster Gedanke natürlich ein laut schnaubendes „LOL!“, gefolgt von einer lang anhaltenden Runde „Awwww …“. Wohl unter anderem deswegen, weil ich mich natürlich selbst darin wiederfand – bis ich mir schlagartig auffiel, dass ich dieses Gif eigentlich völlig bescheuert finde.

Man findet es im Netz übrigens gerne noch mit dem Text: „Never give up on your dreams.“ (LOL!)

Ich habe ja nichts gegen Träume, aber …

Natürlich finde ich es super, wenn man an seinen Träumen festhält und es am Ende schafft, sie zu verwirklichen, aber das ist ein verficktes Nashorn. Es ist kein Shetlandpony oder Haflinger, das davon träumt, ein Shetlandeinhorn oder Haflingereinhorn zu werden. Es ist ein Nashorn. Und abgesehen von dem Umstand, dass es auch ein Unpaarhufer ist, hat es mit einem Gaul nur wenig gemein.

Es geht auch nicht darum, dass das Nashorn so schnell laufen möchte, wie ein Einhorn – warum sollte es auch, Nashörner sind absurd schnell. Oder dass es sonst irgendwas können möchte, was Pferde bzw. Einhörner können. Mir fällt spontan nichts ein, was Pferde so besonderes können, was ein Nashorn oder ein Hamster zum Beispiel nicht können. Bei Bibi und Tina sind die beiden Viecher zumindest immer bemerkenswert unauffällig und öde. Abgesehen von den bescheuerten Namen. (Amadeus, ernsthaft?)

Natürlich kann man sagen, was redet die Alte da, es will ja auch kein Pferd werden, sondern ein Einhorn – aber das ist noch schlimmer, denn die können nun wirklich gar nichts. Ja, Sie merken es schon. Ich hasse Einhörner. Vermutlich gibt es kaum einen Film, der mich in meiner Kindheit aggressiver machte, als Das letzte Einhorn. Die sehen schlicht süß und drollig aus, hängen die meiste Zeit passiv in der Gegend rum, manche glitzern (aber das macht Edward Cullen auch, also hören wir doch bitte auf, das als Qualitätsmerkmal für irgendwas zu werten) – sonst können’se nix.

Continue reading