Bergfest

Der Moment fulminanter Erleichterung, wenn man ganz offiziell die Hälfte geschafft hat. Ein weiteres, vorerst letztes Mal, auf Speichern geklickt, die ganzen gut 100 Seiten in ein PDF gestopft und sie an den Verlag geschickt hat.

Dieser kurzer Moment des Luftholens, der dringend benötigten Pause, bevor man sich in wenigen Tagen an den zweiten Teil setzen wird und das Gefühl, dass da ganz schön beschissen viel Arbeit vor einem liegt, wieder Überhand nehmen wird.

Wir sollten das alle viel öfter machen: Kurz innehalten, vielleicht auch ein wenig länger als kurz, sich selbst auf die Schulter klopfen und sich ein wenig für das schon Geschaffte gratulieren.

Oder einfach nur dafür, dass man bis zu diesem Punkt überhaupt durchgehalten hat.

Bergfest

Wie aus dem Nichts

Manchmal, und mit manchmal meine ich ziemlich regelmäßig, fragt der Mann sich bzw. mich, wieso ich plötzlich so eine schlechte Laune habe. Mich gehen lasse. Rumzicke. Wie aus dem Nichts. Von einer Sekunde auf die andere. Wie kann das nur sein? sagt er dann und schüttelt den Kopf, als wäre ich ein Welpe, der mal wieder auf den Teppich pinkelt.

Zugegeben, ich habe die gottgegebene Fähigkeit, den Raum um mich herum mit einer stalinesken Grabeskälte zu füllen. Nur mit meinem Blick, Pflanzen und niedere Organismen dazu zu kriegen, sich einen schnellen Tod zu wünschen. Nur rufe ich das nicht just for fun ab. Es kommt nicht aus dem Nichts. Niemals.

Denn es baut sich auf. Langsam. Allmählich.

Eskalationsstufe 1 – Die Frage

Es ist Sonntag. Ich habe den gesamten Samstag bei der Familie des Mannes verbracht und heute ist mein Tag. Einer, den ich mit Kopfschmerzen, Ibuprofen und einer Jogginghose zu verbringen gedenke. Und Putzmitteln. Unordnung macht mich kirre, vor allem sonntags.

Und nachdem ich ausführlich Pancakes für alle gemacht habe, putze und wienere ich daher die Wohnung. Räume auf. Wische Staub. Und während ich auf Knien das große Bad putze, das vornehmlich der Antichrist und ich nutzen, kommt der Mann vom Sport zurück. Quietschfidel und gut gelaunt, und sagt zu mir, die von einer ungesunden Mischung aus Meister Proper und sonntäglichem Putzschweiß umgeben ist:

„Oh. Putzt du mein Bad auch?“

giphy

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