Allein auf Snapchat

Ich bin zum Internet ja wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Soll heißen, ich hatte keine Ahnung, was ich mache und plötzlich war ich mittendrin.

Bloggen lief anfangs noch recht unbeholfen. Damals. 2008. Wie bei einem Orang-Utan, dem man eine Geige gegeben hatte. Schließlich wusste ich auch nicht, was ich schreiben soll. Oder für wen. Also außer für meine Mutter. Und selbst bei der landeten meine Links vermutlich im Spam-Ordner.

Dann kam Twitter und zeitgleich dazu begann das Netz zu einer zweiten Heimat zu werden. Einer, in der ich mich nicht verstellen musste. In der ich meine Gedanken kurz rausposaunen konnte, sie einfach nur loswerden konnte. Gedanken, die gerne wütend und aufgebracht und hin und wieder unangebracht waren und nur selten schön und ruhig und für die ich sonst mit einem schüttelndem Kopf bedacht wurde.

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Thank you, Alcohol

Ich trinke recht selten Alkohol. Im Grunde nie. Das war schon immer so. Als Teenager habe ich nicht verstanden, was genau der Sinn war, mir grausam schmeckende Substanzen zuzuführen, um dann einen Zustand zu erreichen, in dem mir die Kontrolle über meinen Körper entgleitet. Auf Tischen tanzen, Lieder laut singen, die ich nüchtern nicht mal leise singen würde, und/oder schließlich mit mangelnder Treffsicherheit das Porzellan mit Mageninhalten beglücken – all das fand und finde ich nur wenig verführerisch, geschweige denn cool.

Bis heute mag ich kein Bier, keinen Wein oder Sekt. Mein Schwiegervater, ein dem Weine durchaus zugetaner Mann, pflegte stets zu mir zu sagen, dass ihm Wein auch nicht schmecke, das aber egal sein, wenn man erst einmal eine Flasche intus hätte. Nun. Dagegen kann man natürlich nur schwer argumentieren. Und sicherlich gab es Momente, in denen ich auf irgendwelchen Partys oder Veranstaltungen war, in denen ich durchaus die Erfahrung machte, dass mit jedem Glas Sekt das nächste weniger scheiße schmeckt.

Das ändert aber nichts daran, dass das erste Glas weiterhin wie mit Kohlensäure versetzte Einhornpisse schmeckt. Und ich einen Sencha-Tee irgendwie vorziehe.

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