Weil ich jeden Tag Torte essen will

„Warum hast du denn so viele Hunde?“ fragt er, als würde ich völlig wahnsinnig mit einem Meth-, Heroin- und LSD-Imperium gleichzeitig hantieren.

Die Frage wird mir nicht selten gestellt. Die Kurz-Antwort lautet: „Warum nicht?“

Die lange Fassung geht so:

Weil Hunde mich glücklich machen. Sehr glücklich sogar. Das ist so ähnlich wie mit dem perfekten Stück Torte. Du weisst, wie unfassbar glücklich und zufrieden diese perfekte, leckere Stück Torte macht. Es hat den idealen Anteil Sahne und Schokolade, keine nervigen Nüsse, vielleicht ein bisschen Himbeere. Isst du nur ein Stück? Sagst du „Hey, das eine Stück reicht, ich hab ja noch Graubrot mit Käse zuhause, wenn ich noch Hunger habe, esse ich einfach das!“ – oder sagst du „Heilige Scheiße, oh mein Gott, das schmeckt so unfassbar lecker, ich will noch eins!“?

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Wann kommt denn nun das neue Buch raus?!

Es gibt so Dinge, die hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Irgendwann, es dürfte bis zu zwanzig Jahre her sein, las ich in irgendeinem Magazin, so ganz aus Papier und totem Holz, denn das las man damals noch, über einen Autor. Ich weiß nicht mehr, welcher es war. Ich weiß nur noch, es war einer „der Großen“. Einer dieser weißen, Ü-50-Autoren mit Penis, die schwere Werke voll Wichtigkeit verfassen, denen man ihre künstlerische Potenz schon beim Foto ansieht und die ihre weltverändernden Romane an schweren, wuchtigen Schreibtischen vor malerischen Kulissen schreiben. Es war also mehr ein Gefühl, das sich mir beim Lesen des Artikels aufdrängte. Das mir im Gedächtnis blieb. Und eine einzige Information: Dass er seit fast zehn Jahren an seinem neuen Roman schrieb. Und ich dachte: What? Wofür braucht der zehn Jahre? Ich meine, bei der künstlerischen Potenz und dem Schreibtisch und der Kulisse – was braucht der Mann denn noch?

Das war, wie gesagt, recht lange her. Ich weiß nicht, ob er das Buch inzwischen fertig hat oder ob er noch lebt. Ich habe von diesem Mann nichts gelesen, denn ich mag meine Autoren bevorzugt tot. Tote Autoren neigen dazu, nach Jahren der Anbetung und Bewunderung, nicht bei Sandra Maischberger oder in einem WELT-Interview aufzutauchen und dumme Sachen zu sagen über Flüchtlinge, Hitler, Frauen und ähnliches, worüber man heutzutage gerne dumme Sachen sagt, wenn man doch lieber schweigen sollte.

Das, was ich jedoch inzwischen weiß, ist, dass so zehn Jahre für ein Buch gar nicht mal so viel sind.

Und damit komme ich endlich zum Punkt. Denn das mit dem zweiten Buch dauert noch ein bisschen.

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