„Wenn ich die Wahl habe zwischen Kind und Karriere, nehme ich das Sofa“

Ja, zugegeben, der Titel ist gerade sehr kurz und eingängig. Aber wie schon Christian Hanne vom Familienbetrieb in seiner Rezension bemerkte: Mit #widwhzkuknids kann man es sich super easy merken.

Es ist da!

Das Buch, an dem ich circa zwei Jahre gearbeitet habe. Für das sehr viele Wochenenden und Abende und Nächte geopfert wurden. Nicht, dass ich vorhatte, mich ansonsten mit Menschen zu treffen oder anderen sozialen Interaktionen nachzugehen. Aber allein die ganzen Serien, die ich in all den Stunden nicht gucken konnte … Mir wird immer noch ganz anders, wenn ich nur daran denke.

Aber nun ist es da. Seit heute ist es im Handel.

Ich weiß, ich müsste vor Stolz platzen. Schließlich rechnete ich bis zum Schluss damit, dass Rowohlt noch einfiel, dass das Ganze vielleicht doch eine Schnapsidee war und wir „es“ lieber lassen sollten. Ich bin aber generell eher der „Das Glas ist halbleer und wenn ich ganz ehrlich bin, schmeckt das, was im Glas drin ist auch nicht wirklich“-Typ. Skeptiker by blood. Kannste nix machen.

Vielleicht kommt das ja noch. Die Freude. Der Jubel. Der Stolz. Dieses Buch geschrieben – und in diesem Zeitraum niemanden umgebracht zu haben.

Vielleicht muss ich das alles nur ein wenig sacken lassen. Weil es noch so irreal ist. Und ich gerade einfach nur sehr, sehr müde bin. Vielleicht, ja vielleicht sehe ich das alles ganz anders, wenn ich erstmal ein paar Stündchen geschlafhfzrwgfwebsmfs …

Worum geht’s denn jetzt in dem Buch?

Jepp. So sieht es gerade in mir aus. Ziemlich genau so. In genau einer Woche – am 21. Juli – kommt das Buch raus. Und ich schaffe es einfach nicht, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass Menschen es dann tatsächlich lesen werden. Es kaufen werden, sich damit gemütlich aufs Sofa setzen oder ins Bett lümmeln, den Eimer Ben & Jerry’s neben sich, auffordernd mit der Zunge schnalzen und dann leise „Unterhalte mich!“ flüstern, während sie die erste Seite aufschlage. Kreisch.

Irgendwie habe ich die Glanzleistung vollbracht, mir in den zwei Jahren, in denen ich es geschrieben habe, kein Mal darüber Gedanken zu machen, dass die Menschen, die es kaufen, schließlich auch lesen werden.

Nun, jetzt ist es vermutlich zu spät. Also das Ganze abzublasen. Daher ist es vielleicht nicht schlecht, wenn ich dem potentiellen Leser (Hallo!) ein wenig mehr über das Buch erzähle.

Rowohlt hat das Ganze so zusammengefasst:

Regretting Motherhood? Wenn es nur das wäre.

Claudia ist nicht auf der Suche nach der Liebe, sie ist auf der Suche nach jemandem, der ihr den Rücken krault und die gleiche unangemessene Aufregung verspürt, wenn es darum geht, Dinge mit Käse zu überbacken. Eine Affäre lässt sich gut an, immerhin mögen beide dieselbe Serie, doch dann ist Claudia plötzlich schwanger. Und Kinder sind in ihrer Lebensplanung nicht vorgesehen. Wirklich nicht. Entsprechend verstört geht Claudia die Schwangerschaft an und erneuert notgedrungen den Kontakt mit dem Vater in spe. Irrsinnig komisch, herrlich derb und erfrischend.

Böse, lustig und gnadenlos ehrlich: über die Liebe in Zeiten der Schwangerschaft.

Offensichtlich ist das Buch lustig. Zumindest laut des Verlages. Ich persönlich wäre da skeptisch. Aber am besten lest ihr selbst. Und zwar ein ganzes Kapitel!

Kapitel 1 – Das Arschloch

«Arschloch», zischte ich halblaut vor mich hin, während ich wütend die Wand anstarrte, als gälten meine Worte ihr. «So ein verdammtes, blödes, elendiges, arschgesichtiges Arschloch!» Ich stieß die Worte einzeln hervor und fühlte mich wie Gollum. Vermutlich sah ich gerade auch so aus wie diese ebenfalls tragisch missverstandene Gestalt.

«Männer sind Arschlöcher», presste ich zwischen den Zähnen hervor, «Beziehungen sind Arschlöcher! Alles Arschlöcher!» Ich unterbrach meinen Touretteanfall und stampfte unter weiteren Flüchen und Beleidigungen in die Küche, wo ich einen Eimer Ben & Jerry’s aus dem Tiefkühlfach riss.

Ich goss eine halbe Flasche Baileys in den Eis-Eimer und beobachtete mit Wohlwollen, wie sich die einzelnen Komponenten zu einem einzigen glückverheißenden Gemisch vereinten. Ein kulinarischer Liebesakt zwischen Eiscreme, rohen Teigstückchen und Alkohol. Es gibt einfach Momente im Leben, in denen es unmöglich ist, etwas anderes zu essen. Einen Salat zum Beispiel. Niemanden, der jemals emotional aufgebracht war, dürstet es plötzlich nach Salat oder Low Carb. Nein, man braucht Alkohol, weißen Zucker und leere Kohlenhydrate!

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