Mein Geburtstag

Ich hasse meinen Geburtstag. Vielleicht ist „hassen“ gar nicht das richtige Wort, aber mir fällt kein anderes ein, dass besser oder präziser wäre.

Mein Geburtstag ist mir unangenehm.

Er ist etwas, bei dem ich nicht das Gefühl habe, die Kontrolle zu haben. Er ist da, jedes Jahr am gleichen Tag. Ob ich bereit bin oder nicht. Egal, ob ich in der Stimmung dafür bin. Ob ich gesund bin. Ob ich Geld habe. Ob es mir gut geht. Ob ich alleine bin. Kurzum: Ich bin meinem Geburtstag scheissegal. 

Und das, obwohl dieser Tag früher bei allen anderen Kindern stets wie der Höhepunkt des Jahres aussah. An dem sich alles nur um sie drehte. Man bekam den Kuchen, den man wollte, die Geschenke, die man sich gewünschte hatte. Die Aufmerksamkeit. Das Strahlen, das Klatschen, das Singen. Einen Tag lang ging es nur um das Geburtstagskind.

Völlig egal, wie anstrengend die restlichen 364 Tage sein würden, dieser eine Tage würde anders sein. Besser. Schöner.

Würde. Sollte.

Denn in meiner eigenen Erinnerung war er das nicht. Geburtstage waren anstrengend. Nicht besser, nicht schöner. Nur anders. Einfach nur anders anstrengend als die anderen 364 Tage.

Zugegeben, ich war schon an sich ein komisches Kind. Ich dozierte als Grundschülerin altklug darüber, dass die menschliche Spezies nur deswegen die Krone der Schöpfung sei, weil sie sich selbst so genannt hat und eigentlich nicht besser oder anders als Tiere ist. Und ich verzieh meiner Mutter schon damals nicht, dass ich im Vorfeld nicht gefragt wurde, überhaupt geboren worden zu sein – ein Umstand, den ich bis heute nur mäßig ertrage. Ich und meine Gedankenwelt waren anstrengend, das Leben als solches und seine Mitmenschen waren anstrengend und als würde das alles nicht reichen, schleuderte mir das Schicksal mit voller Wucht seine Faust in meine kleine Kinderfresse.

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Monatsrückblick | September 2017

5 Dinge, die ich vergangenen Monat gemacht habe:

Gesehen

Die 3. Staffel von Narcos, bei der wir uns nach den ersten beiden Staffeln fragten, wie sie wohl weiter gehen würde – nach dem Tode Escobars. Und was soll ich sagen: Ich habe keine Ahnung. Ich erinnere mich nicht. Ich weiß noch, dass der blonde Ich-Erzähler weg war (Halleluja!) und der tote Typ aus Dorne diesen Part übernommen hat. Und ansonsten? Irgendwas mit Kokain, irgendwas mit vollautomatischen Waffen, irgendwas mit Kolumbianern. Heißt das, die 3. Staffel war schlecht? Nein, nicht unbedingt. Es heißt nur, ich erinnere mich an keine einzige Szene.

Geschrieben

Exposé und Konzept für ein zweites Buch. (Ja. Habt richtig gelesen.)

Gemerkt

Dass man, wenn man etwas in seinem Leben – oder sogar sich selbst – ändern will, radikal sein muss. Sich die Haare abschneiden, regelmäßig Yoga machen oder öfter mal abends Low Carb essen, gilt nicht. Bzw. reicht nicht.

Nein, wenn man sich und seine Natur wirklich und vor allem nachhaltig verändern will (oder muss), darf man nicht nur an der Oberfläche kratzen. Man muss entschlossen und unnachgiebig sein – gegenüber sich selbst und all denen, die das Gegenteil meinen.

Oder man ist dazu verdammt, sich Tag für Tag, für den Rest seines Lebens über sich selbst zu ärgern und langsam in seiner eigenen Unzufriedenheit zu ersaufen.

Gegessen

Lebkuchen, Bitches!

Denn ich stehe ganz offen dazu, dass ich zu jenen seltsamen Menschen gehöre, die am 1. September – dem Tag, an dem für den Einzelhandel die Vorweihnachtszeit beginnt – im Supermarkt einfalle und mit vorwurfsvollem Ton nachfrage, wo ich denn die Ecke mit den Lebkuchen finde!

und zu guter Letzt:

Gemacht

Kisten gepackt. Farbe und Pinseln und Abdeckplanen gekauft. Überlegt, wie teuer wohl ein großes Gehege für Meerschweinchen wäre. Wände gestrichen. Noch mehr Kisten gepackt. Noch mehr Wände gestrichen.

Und schließlich und endlich: Umgezogen.