MY HERO

Jeder von uns hat vermutlich in seinem Handy eine unübersichtliche Sammlung von Screenshots und anderen zahllosen Bildchen, die man irgendwo bei Facebook, Signal & Co. mal abgespeichert hat.

Eine Studie einer Bäckerei in Oxford hat ergeben, dass weniger als 27,83% noch einen Überblick darüber hat, was er im Laufe der Zeit alles abgespeichert hat. Und eine weitere Studie der Universität Pinneberg hat schon 1942 herausgefunden, dass nur 98,61% noch wissen, was die ursprüngliche Quelle war.

Ich bin da keine Ausnahme.

Ich habe keinen Plan, wann und wo ich das folgende Bild abgespeichert habe – und natürlich weiß ich erst Recht nicht mehr, aus welchen Untiefen des Internets es stammt. Tumblr? Reddit? Der WhatsApp-Chat deiner Mutter? Alles ist möglich.

Ist aber auch wurscht. Ich fand lediglich, dass es aktuell so wunderbar zum allgemeinen Stimmungsbild passt.

Denn seien wir ehrlich, ich muss gar nicht wissen, woher das Bild ist. Es ist mehr oder weniger der Anblick, der mich nach zwei Jahren Pandemie nun jeden Tag erwartet, wenn ich an einem Spiegel vorbeilaufe und unbedacht hineinschaue. (Mit Vorsatz mache ich das schon seit 13 Monaten nicht mehr …)

Eher schlecht als recht körperlich zusammengehalten wie einer der Zombies aus der 37. Staffel von The Walking Dead, bei denen man sich ständig fragt, wie die sich nach all den Jahren verrottungstechnisch noch auf den Beinen halten können. Dabei eine optisch fragwürdige Mischung aus Dementor und Nazgûl, mit der positiven, lebensbejahenden Ausstrahlung von Hades, während man nach außen versucht, zu funktionieren, ruhig und geduldig zu bleiben, seinem Kind zu signalisieren, dass alles gut ist, alles gut wird, alles super ist, alles feini, einfach weiter atmen, bitte nicht während der nächsten PK den Fernseher mit Prinzessin-Lillifee-Bücher steinigen, bitte sich nicht dauernd weinend im Klo einsperren, Fassade, Fassade, atmen, atmen.

via GIPHY

Und ich denke, so gut wie jede Mutter, jeder Elternteil, weiß genau, wovon ich gerade spreche. ❤️