Lüttenliebe

Eins der Dinge, die ich an meinem Sohn so mag, ist seine Liebe zu Büchern.

Wobei er sehr speziell bei der Wahl seiner Lektüre ist und uns bisher die Kriterien, wonach er entscheidet, was er lesen will und was nicht, noch nicht ganz klar sind. Sachbücher zum Römischen Imperium? Klar. Lustige Taschenbücher? Sicher. Harry Potter? Auf keinen Fall. Die 3 Fragezeichen? Nur unter Folter.

Da ich aus diversen Gründen, nicht mehr so gut darin bin, Bibliotheken zu benutzen, stromern wir regelmäßig durch die Buchhandlungen der Stadt. Und während er mir letztens eher notdürftig und nur mäßig einleuchtend erklärte, warum er das Buch zum Trojanischen Krieg haben möchte, Percy Jackson aber nicht (Hallo? Ist ja auch Antike und direkt ne ganze Reihe, müsste ich mir erstmal zwei Wochen keine Gedanken machen, was er als nächstes lesen kann), schaute ich, ob meine eigenen Bücher zufällig da sind.

Ist schließlich nicht selbstverständlich. Jahr für Jahr erscheinen Abertausende von neuen Büchern, so ein analoger Laden ist kein scheiss Amazon-Lager, der Platz ist begrenzt. Umso mehr freue ich mich dann, wenn ich mal eines finde!

„Guck mal,“ flüsterte ich kichernd wie ne Vierjährige „Mamas Buch. Die haben Mamas Buch!“
Er kam näher, spitzte kritisch die Lippen, wie so eine Kinderversion von Marcel Reich-Ranicki, bedachte mich mit einem gütigen Lächeln – so wie man eben eine Erwachsene, die sich wie eine Vierjährige verhält bedenkt – und sagte dann sehr, wirklich sehr laut:

„IST DAS DAS BUCH, DAS DU GESCHRIEBEN HAST?“

Er trat einen Schritt an mich heran und flüsterte mir (nun ähnlich debil kichernd) zu: „Damit jeder hier weiß, WIE berühmt du bist.“

Keine Ahnung, was ihr an euren Kindern so mögt, aber DER Moment gehört auch ganz klar zu den Dingen, weswegen ich den kleinen Furzknoten so liebe. ❤️